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Reimagining

Das Modellverfahren Mäusebunker steht für die Gestaltung eines Prozesses  – hin zu einer nutzungs­orientierten Analyse und Um­deutung dieser sperrigen, ikonen­haften Architektur.

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Tabea Michaelis und Ben Pohl (denkstatt sàrl): Bestand ist Handlung

Die denkstatt sàrl arbeitet an der städtebaulichen Schnittstelle zwischen Bestand, Planung, Eigentümer*innen und Nutzer*innen in partizipativen Prozessen. Denkmalschutz wird dabei immer aus den Nutzungsoptionen gedacht, um Gebäude und Ressourcen langfristig durch ihren aktiven Gebrauch zu bewahren.

Bestand ist kein passiver Zustand, sondern erfordert das aktive Zusammenspiel vielfältiger Handlungen. Gebäude, so massiv und dauerhaft sie auch geplant und gebaut erscheinen, sind immer Ausdruck beweglicher Prozesse. Gebäude werden durch Handlungen hergestellt, in Gebrauch genommen, durch Pflege und Reparatur erhalten, umgeformt oder abgebrochen. Wenn wir Bestand in dieser Weise als Zusammenhang vielfältiger Interaktionen verstehen, der von einem weitgespannten Handlungsnetz aus Ort, Dingen, Menschen, Nutzung, Infra- und Finanzstruktur in Bewegung gehalten wird, dann bedeutet, sich um den Bestand zu sorgen, sich aktiv handelnd in diese Zusammenhänge einzumischen.

Vier Voraussetzungen bestimmen diesen Modus der Sorge: erstens ein starkes eigenes Handlungsmotiv, abseits primär ökonomischer Interessen; zweitens die Fähigkeit, den Wert bestehender Dinge und menschlicher Potenziale zu erkennen; drittens die Vorstellungskraft und den Pragmatismus, Dinge und Menschen in einer neuen Geschichte miteinander zu verbinden; und viertens die Geschicklichkeit, eine Schutz-Eigentümergemeinschaft zu etablieren, die den Möglichkeitsraum für eine suffizienz-ökonomische Entwicklung sichert.

In Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA und dem Deutschen Architekturzentrum DAZ . 

 

Ein Beitrag aus der BDA-Ausstellung und Publikation „Sorge um den Bestand. Zehn Strategien für die Architektur”

 

Buch: Sorge um den Bestand Zehn Strategien für die Architektur Olaf Bahner / Matthias Böttger / Laura Holzberg (Hg.) für den Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA

Tabea Michaelis

ist zusammen mit Barbara Buser und Eric Honegger Büropartnerin von denkstatt sàrl in Basel. denkstatt befasst sich mit städtebaulichen Transformationsprozessen im urbanen und ruralen Kontext und realisiert neue Nutzungskonzepte in einer interdisziplinären Arbeitsweise, im respektvollen Umgang mit vorhandenen Strukturen. Tabea Michaelis lehrt an verschiedenen Schweizer Hochschulen zu Themen städtebaulicher Transformationsprozesse.

Ben Pohl

studierte in Berlin und Hamburg und lehrte an der ETH Zürich und der HCU Hamburg Städtebau. Zusammen mit Barbara Buser und Tabea Michaelis ist er Initiator des B/IAS Basel Institut für angewandte Stadtforschung und arbeitet im Team der denkstatt an sozialräumlichen Entwicklungsprozessen und Dialogformaten.