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Reimagining

Das Modellverfahren Mäusebunker steht für die Gestaltung eines Prozesses  – hin zu einer nutzungs­orientierten Analyse und Um­deutung dieser sperrigen, ikonen­haften Architektur.

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Anna-Maria Grimm: Masterarbeit Architektur 2020, KIT

Die ehemaligen Zentralen Tierlaboratorien in Berlin, bekannt als „Mäusebunker", stellen ein Modell für Arbeits-(Um)welten der 70er Jahren dar. Sämtliche Umwelteinflüsse, die den Lebensrhythmus der dort ansässigen Labortiere beeinflussten, standen in den zentralen Tierlaboratorien unter genauester Kontrolle. Diese Optimierung war vor allem durch ein konsequentes Ausschließen der Umwelt möglich. Der Entwurf verhandelt deshalb, inwieweit die ehemaligen zentralen Tierlaboratorien neu zum Außenraum positioniert werden können. 

 

Eine Öffnung der dichten Struktur des Gebäudes bei gleichzeitigem Erhalt der Außenform erfolgt durch das Hinzufügen mehrerer Innenhöfe und Turmaufbauten mit zusätzlichen lichten Aufenthaltsräumen. Das durchbrochene Schottenprinzip des Tragwerks und der dadurch kleinzellige Eindruck kann weitestgehend durch kleinere Arbeitsräume weitergenutzt werden und wird nur durch die Innenhöfe unterbrochen. Diese neu entstandenen Bereiche aus Innenhöfen und Türmen werden durch Erschließungsräume umschlossen, die öffentlich zugänglich sind und Einblicke in die Bereiche ermöglichen.

 

Getragen wird diese Umnutzung durch Institutionen mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Umwelt. Zentral ist der Emissionshandel, ein Instrument zur Einbindung der Umwelt in ökonomische Systeme. Im Emissionshandel werden CO2 Zertifikate ausgegeben, die von Unternehmen im Gebäude ersteigert werden und deren Treibhausgase durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden sollen. Ein Beispiel hierfür bilden die Infrastrukturen zur CO2-Kompensation, die entlang des Teltow Kanals entstehen sollen. Die Emissionshandelsbörse wird  ergänzt durch eine staatliche Behörde, welche den Emissionshandel kontrolliert, eine Forschungsstelle, die über ein Luftmessnetz den Zustand der Luft untersucht, sowie einem Verein, der Schulungen zu Klimaschutzthemen anbietet.

 

Die neu geschaffene Institution verhandelt Prozesse gesellschaftlicher Beteiligung an Klimaschutzprojekten, diskutiert die klimapolitische Ebene unserer Arbeits-(Um)welten und entwickelt Vorschläge für den Umgang mit dem ungeliebten Gebäudebestand der späten Moderne.

Eine Entwurf für die Umgestaltung des Mäusebunkers von außen.
Anna-Maria Grimm: Masterthesis Architektur 2020, Karlsruher Institut für Technologie. Außenansicht

Bild: Anna-Maria Grimm, 2020

Eine Umgestaltungsentwurf von Anna-Maria Grimm.
Anna-Maria Grimm: Masterthesis Architektur 2020, Karlsruher Institut für Technologie.Modell der zentralen Tierlaboratorien 1:100

Bild: Anna-Maria Grimm, 2020

Eine Grafik zeigt den Querschnitt des Mäusebunkers mit drei Türmen, die sich durch und über das Gebäude ziehen.
Anna-Maria Grimm: Masterthesis Architektur 2020, Karlsruher Institut für Technologie. Modell der zentralen Tierlaboratorien 1:100

Bild: Anna-Maria Grimm, 2020

Eine Grafik mit einer Visualisierung eines offenen Innenraums.
Anna-Maria Grimm: Masterthesis Architektur 2020, Karlsruher Institut für Technologie. Innenhof

Bild: Anna-Maria Grimm, 2020

Eine Visualisierung eines Innenraums.
Anna-Maria Grimm: Masterthesis Architektur 2020, Karlsruher Institut für Technologie. Vortragssaal

Bild: Anna-Maria Grimm, 2020

Eine Visualisierung einer Dachterassenfläche.
Anna-Maria Grimm: Masterthesis Architektur 2020, Karlsruher Institut für Technologie. Dachterasse auf den zentralen Tierlaboratorien 1:100

Bild: Anna-Maria Grimm, 2020