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Co-Habitation

Entwürfe und Statements für eine Architektur des Zusammen­lebens von Mensch, Flora und Fauna. 

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Reimagining

Das Modellverfahren Mäusebunker steht für die Gestaltung eines Prozesses  – hin zu einer nutzungs­orientierten Analyse und Um­deutung dieser sperrigen, ikonen­haften Architektur.

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Indoor Farming: La Caverne in Paris und Growing Underground in London

Gemüse in Städten anbauen und das ganze Jahr über klima- und saisonunabhängig ernten. Das versprechen Indoor-Farmen, die dank LED-Lampen auch sonnenlichtunabhängig funktionieren und sich optimal für das Wachstum nutzten lassen. So, dass auch in geschlossenen Räumen und vertikal, also platzsparend, angebaut werden kann. Inhaltstoffe wie Vitamine, Lycopin, Polyphenole und Geschmack können über Lichtspektren beeinflusst werden und zum Beispiel die Schärfe im Rettich oder die Intensität von Basilikum bestimmen. 

 

Schädlingsbefall lässt sich in einem abgeschlossenen System besser überschauen und der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln fällt meist geringer aus, kann vor allem gezielt eingesetzt werden und gerät nicht ins Grundwasser.

 

Der Engerieverbrauch für Indoor Farming ist derzeit noch sehr hoch. In den letzten Jahren wurde dieser durch die Entwicklung der LED-Leuchten jedoch bereits stark reduziert und eine zunehmende Effizienzierung ist absehbar. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass man sich lange Lieferketten und Wege erspart.  Nach Fukushima investierte und entwickelte vor allem Japan das Indoor Farming. Die wassersparende Kreislaufwirtschaft macht diese Art von Landwirtschaftsbetrieb auch für Trockengebiete und Wüsten interessant.

Bild von Pilzzucht in einer Indoor Farm
La Caverne – Ferme Urbaine in Paris in einer ehemaligen Tiefgarage

Bild: ICF La Sablière Cycloponics

In Paris hat Cycloponics, ein Start-up-Unternehmen, das sich auf die Umwandlung ungenutzter städtischer unterirdischer Räume spezialisiert hat, mit La Caverne eine Tiefgarage zu einer Untergrundfarm umfunktioniert. Dort vertreibt es die dort auf 3500 m2 gezüchteten Bio-Pilze, Endiven, Gemüse und Kräuterkeimlinge in der Stadt und sogar auf dem Fahrrad. Die Produktivität variiert. Im Schnitt können pro Monat und pro Quadratmeter um die 2 Kilogramm Kräuter und 300 Kilogramm Endivien geerntet werden. Mit dem Projekt gewann das Start-up den von der Stadtverwaltung ausgeschriebenen Wettbewerb zur Begrünung der Stadt. 

Bild von Regalen, links und rechts, im Mittelgang Rollwagen mit mehreren Etagen mit Gemüse
Growing Underground in einem ehemaligen Luftschutzbunker in London

Bild: Betsy McCue | Courtesy Zero Carbon Farms UK

Im Südwesten Londons versorgt Growing Underground von Zero Carbon Farms bereits seit 2015 den Einzelhandel und Restaurants mit Gemüse. Das Unternehmen betreibt in einem ehemaligen Luftschutzbunker ein hydroponisches Regalsystem, in dem unter LED-Licht Salat und Microgreens wachsen. Das Projekt, bei dem 70 Prozent weniger Wasser als im Feldanbau und keine Pestizide gebraucht werden, erfreute sich so großer Beliebtheit, dass ein großer Teil aus Crowdfunding-Mittel finanziert werden konnte.

 

Beitrag: Panatom

Bild von Mann mit schwarzer Mütze, der Chicoree in Box sortiert
La Caverne – Ferme Urbaine in einer ehemaligen Tiefgarage in Paris

Bild: ICF La Sablière Cycloponics

Bild von zwei Männern in Indoor Farm, die Gemüse in Boxen sortieren
La Caverne – Ferme Urbaine in einer ehemaligen Tiefgarage in Paris

Bild: ICF La Sablière Cycloponics

Bild von beleuchtetem, halbkreis-förmigem Tunnel, Lichtquelle links
Growing Underground in einem ehemaligen Luftschutzbunker in London

Bild: Zero Carbon Farms UK

Bild von Raum mit Pflanzenregalen links und rechts und zwei Männern in Hygiene-Arbeitskleidung
Growing Underground in einem ehemaligen Luftschutzbunker in London

Bild: Martin Cervenansky | Courtesy Zero Carbon Farms UK