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Co-Habitation

Entwürfe und Statements für eine Architektur des Zusammen­lebens von Mensch, Flora und Fauna. 

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Marc Frohn und Thomas E. Hauck: Manifest für eine Architektur der Cohabitation

Neben haben sich Im Rahmen der Ausstellung Cohabitation entwickelten der Architekt Marc Frohn und der Landschaftsarchitekt und Mitbegründer der Animal-Aided Design Methode Thomas E. Hauck neben einer Sound-Installation in Kooperation mit der Künstlerin Zoë Mc Pherson und einem Entwurf für das Silent Green Kulturquartier auch ein Manifest für eine Architektur der Cohabitation.  

Die Architektur der Cohabitation ist eine von Menschen errichtete Architektur, die nicht-menschliche Tiere nicht tötet, verletzt, ihrer Freiheit beraubt oder ihnen auf andere Art Schaden zufügt. 

Die Architektur der Cohabitation ist eine von Menschen errichtete Architektur, die die Vernetzung und Barrierefreiheit der Wege von nicht-menschlichen Tieren gewährleistet.  

Die Architektur der Cohabitation ist eine von Menschen errichtete Architektur, die anerkennt, dass ein Ort, der bebaut wird, bereits immer von nicht-menschlichen Tieren bewohnt und genutzt wird. Diese Nutzungsansprüche werden von einer Architektur der Cohabitation berücksichtigt und weiterhin an diesem Ort erfüllt. Selbst wenn dies für gewisse Tiere nicht gewährleistet werden kann, ermöglicht die Architektur der Cohabitation die gleichwertige Erfüllung dieser Nutzungsansprüche an einem Ort, der von den betroffenen nicht-menschlichen Tiere selbstständig und sicher erreicht werden kann. 

 

Die Architektur der Cohabitation ist eine von Menschen errichtete Architektur, die nicht-menschliche Tiere als Nutzer:innen und Bewohner:innen der Architektur einbezieht und sie aktiv zur Nutzung der Architektur einlädt. Sollten nicht-menschliche Tiere ein Nutzungsangebot annehmen, übernimmt die Architektur der Cohabitation die Verantwortung dafür, dass die Nutzung langfristig erfolgen kann. 

 

Die Architektur der Cohabitation ist eine von Menschen errichtete Architektur, die die Bedürfnisse ihrer nicht-menschlichen Nutzer:innen und Bewohner:innen vollständig erfüllt, sodass ihnen ein gutes Leben in ihren verschiedenen Lebensphasen möglich ist Zum guten Leben gehört eine gesunde und ausreichende Ernährung, geschützte Schlaf-und Aufenthaltsorte, die Möglichkeit, Sexualpartner*innen zu finden, Nachkommen erfolgreich aufzuziehen und langfristig die eigene Population zu erhalten. 

Die Architektur der Cohabitation ist eine von Menschen errichtete Architektur, die ein gedeihliches Zusammenleben von nicht-menschlichen Tieren und Menschen räumlich organisiert, baut und gestaltet Die Architektur der Cohabitation antizipiert mögliche Konflikte und ermöglicht deren Lösung. Sie bietet Kontakträume für die Begegnung von nicht-menschlichen Tieren und Menschen. 

Marc Frohn und Thomas E. Hauck im Gespräch mit Zoë Mc Pherson und Javier Rojas,  moderiert von Peter Spillmann während der Veranstaltung Architectures of Cohabitation I im Silent Green Kulturquartier, Berlin 05.06.2021, im Rahmen der Reihe Cohabitation Diskurs: Zoopolis Berlin, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa  

Marc Frohn

ist Mitbegründer des Architekturbüros FAR frohn & rojas. Er studierte an der RWTH Aachen, der Universitá Federico II in Neapel, der University of Houston und Rice University, Houston. Er arbeitete beim Office for Metropolitan Architecture und kollaborierte mit b&k+ brandlhuber. Er lehrte an der RWTH Aachen, der SCI-Arc in Los Angeles und dem Royal Collage of Art in London. Derzeit steht er dem Lehrstuhl Raum Entwerfen am Karlsruher Institut für Technologie vor.

Thomas Hauck

ist Landschaftsarchitekt, Autor und lehrt im Fachgebiet Freiraumplanung der Universität Kassel. Seit 2013 leitet er zusammen mit Wolfgang Weisser von der TU München das Forschungsprojekt Animal Aided Design, welches zum Ziel hat, das Vorkommen von Tieren als Teil der Gestaltung von Freiräumen integrativ zu planen.